Beim ZauberSalon Wuppertal am 17.04.2018 war der junge Zauberkünstler Timothy Thomson mit einer Vorpremiere seines Soloprogramms „Wunderverkäufer“ zu Gast.

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Timothy, als „Staubsaugervertreter unter den Zauberern“ wusste seinem Publikum in einer „Mischung aus Zaubershow und Verkaufsseminar“ allerlei seiner Wunder anzupreisen – und man tat schwer daran, sie ihm nicht allzu gerne abkaufen zu wollen.

Mit einer kleinen Aufwärmübung machte Timothy bereits zu Anfang eines deutlich: „Was der Zauberer macht und was er sagt, muss man genau unterscheiden!“ Doch auch diese Erkenntnis machte es dem Publikum wohl nicht leichter, die Wunder des Lüdenscheiders zu durchschauen.

Als er die Zuschauer etwa darum bat, zu schätzen, was wohl sein neuer Anzug gekostet habe, einen Preis sogar von den Einschätzungen mehrerer Zuschauer zusammensetzen ließ, und er beweisen konnte, dass sein Publikum mit dieser Zahl absolut richtig lagen.

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So gut, wie es funktioniert hatte, sollte auch eine kleine gespielte Preisverhandlung zweier Freiwilliger funktionieren. Auch hier ging es wieder um einen Anzug, dazu noch um gute Angebote, der Schlitzohr-Manier eines vermeintlich großzügigen Käufers – und wie man einem Zauberkünstler das Geld aus der Tasche zieht.

Die Farbpsychologie spiele in der Verkaufswelt eine große Rolle. Dass bestimmte Farben selbst den Tastsinn beeinflussen können, zeigte der Wunderverkäufer mit einigen „Wundertüten“. Der Inhalt stellte sich als etwas völlig anderes heraus als das, was eine Zuschauerin darin zu ertasten glaubte – und das nur durch die Farben der Tüten?

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Nun lud der junge Magier eine weitere Zuschauerin zu einem Gewinnspiel ein. Gewinnspiele seien laut Timothy etwas, bei dem absolut keiner wirklich gewinnen kann – außer dem Ausrichter desselben. So war auch die Freiwillige überzeugt, sie habe mit ihren 5€ einen tollen Gewinn gemacht; sie musste sich aber von dem im wahren Leben tatsächlich als Verkäufer arbeitenden Künstlers und dem Inhalt der weiteren goldenen Umschläge eines Besseren belehren lassen.

In seiner Kindheit, so erzählte der Zauberkünstler, habe es noch keinen Internethandel gegeben. Damals seien Kataloge das Mittel der Wahl gewesen, Dinge zu kaufen, die es so nicht im Laden gab. Was heute absolut unüblich, nostalgisch eigentlich sogar geworden ist, sei für ihn aber eine tolle Kindheitserinnerung. So wollte er dem Katalog ein magisches Revival verpassen – und brachte darauf den Prototyp eines modernen Kataloges zum Einsatz. Bedienbar nur durch ein paar kleine magische Gesten, und dadurch absolut magisch. Eine großartige Idee mit einer tollen Geschichte und rundum verblüffenden Effekten.

Was nun als letztes vor der Pause folgte, war ein Paradebeispiel für die Möglichkeiten besten Entertainments in der Zauberkunst – mit etwas, das viele Menschen wohl eigentlich grämt. Aber richtig verpackt macht selbst so etwas Spaß!

Neben Internethandel gäbe es in der heutigen medialen Zeit nämlich noch eine andere Art, Waren zu bestellen. So versuchte der Wunderverkäufer, über eine Ausgabe des „Magic Teleshopping“ sein „Magisches Weingeschenkset“ an die Zuschauer zu bringen, und bewies dabei, dass es mehr kann als nur schön auszusehen. Mit dieser Neuauflage eines klassischen Kunststücks hat der junge Magier etwas entwickelt, dass ein hohes Maß an Innovation und Unterhaltung steckt – und somit zu Recht für sehr viel Begeisterung beim Publikum sorgte.

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Das Ende der Pause schien für Timothy vermeintlich überraschend zu kommen, hatte er doch seinen Zauberwürfel noch nicht zu Ende gelöst. Doch für einen Zauberer scheint das kein großes Problem darzustellen, denn für ihn reicht offenbar eine Papiertüte oder nur eine Handbewegung, den Würfel wieder in seinen Originalzustand zu bringen. Und mehr noch: Timothy war es sogar möglich, innerhalb kürzester Zeit einem Zuschauer dieses Kunststück beizubringen – von dessen Ende besonders besagter Zuschauer umso erstaunter war.

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Worum es beim Verkaufen nun oft geht, ist das liebe Geld, und so durfte auch in der Show des jungen Zauberkünstlers ein Trick mit Geld nicht fehlen. Er Endeffekt war zwar nicht im Sinne des Freiwilligen, der ihm seinen Geldschein für das Kunststück von „verschwundenen 20-Euro-Schein“ geliehen hatte. Aber wie wir schon zuvor erfahren hatten: Man kann nicht immer gewinnen. Falls der Geldschein nicht wieder auftauchen sollte, bot der Wunderverkäufer dem Zuschauer den Inhalt einer Papiertüte an, die er auf der Bühne platzierte.

Timothy probierte es mit einer geschickten Ablenkung: Um Zeit ginge es bei seiner nächsten Nummer. Was einem stets durch die Finger zu rinnen scheint, wollte sich der Magier für einen Moment bewahren, und legte dafür seine Armbanduhr an einen ungewöhnlichen, aber für alle sichtbaren Ort ab. Und dann nahm er sein Publikum mit auf eine Zeitreise; nur wenige Minuten, dafür aber mit einem Kartentrick, „der alles auf den Kopf stellt“. Denn selbst rückwärts vorgeführt, bot dieses Kunststück ein absolut erstaunliches Ende – und zudem noch den Beweis, dass es wirklich eine Zeitreise gewesen sein muss. Wie sonst war die Armbanduhr wieder an den Arm des Wunderverkäufers gekommen?

Die Zeitreise ist eine meiner absoluten Lieblingsnummer in Timothys Show. Sie bietet von Lachen über Nachdenken bis hin zu Staunen vielerlei Emotionen, dazu eine sprachlich großartige Erzählweise und wundervolle Effekte.

Dann erzählte der Lüdenscheider, er habe neulich eine Verkäuferin beim Einkaufen getroffen, die praktisch seine Gedanken lesen konnte. Das hatte ihn dazu inspiriert, das ebenfalls zu versuchen. Aus den Gedanken einer Zuschauerin wollte er ein zufällig aus einer Vorauswahl ausgewähltes Parfum lesen. Was vermeintlich beim ersten Anlauf nicht funktionierte, löste der Zauberkünstler doch auf erstaunliche und magische Art und Weise – und das mittels eines Papierblocks.

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Als das Ende der Show nahte, schlug Timothy noch einmal nachdenklichere Töne an. Für ihn sei es schade, dass man einen magischen Moment schlecht konservieren könne. Doch er machte sich einen Effekt zunutze, der so erstaunlich war und blieb, dass sogar ein Zuschauer ihn abschließend mit nach Hause nehmen konnte – und sich wohlmöglich noch immer den Kopf darüber zerbricht, wie einfach ein Magier Glas durchdringen kann.

Schon wollte Zauberkünstler die Bühne verlassen; doch nicht, ohne noch seine Schulden zu begleichen. Der Zuschauer, der ihm den Geldschein geliehen hatte, musste sich wohl oder übel mit der Papiertüte zufrieden geben, die Timothy ihm versprochen hatte. Das stellte sich für ihn aber als eine ebenso kuriose wie erfreuliche, wenn auch etwas saure Überraschung dar.

Auch eine Zugabe verlangten die Zuschauer des ZauberSalons, bei der Timothy sogar den Trick mit dem Tuch und dem Holzei verriet. Das Geheimnis hinter dem größten und somit verblüffendsten Effekt behielt er aber dennoch für sich.

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Die Show „Wunderverkäufer“ ist schon durch das Konzept einer wirklichen sinnigen Verbindung aus Zauberei und der Welt eines Verkäufers, wie sie ja am Anfang angekündigt wurde, einzigartig. Dazu kommen tolle Anekdoten und sprachlich toll erzählte Geschichten, klassische Kunststücke in einem neuen, modernen Gewand und ein Zauberkünstler in einem neuen Sakko, so sympathisch und charmant, dass man seine Geschäfte mit der Magie schlecht ablehnen kann.

Wer mehr über Timothy Thomson erfahren kann oder wissen möchte, wo man ihn demnächst live zu sehen bekommt, findet mehr unter timothy-zauberei.de

Danke an den jungen Zauberer für diese tolle Vorpremiere seiner Soloshow, an Frank Preußner für die Moderation und all die helfenden Hände hinter der Kamera, an der Technik und im Service!

Im nächsten Monat wird es wieder ein „kleines Jubiläum“ geben, denn dann gibt es den 90. Wuppertaler ZauberSalon. Dabei sein lohnt sich!

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