ZauberSalon Wuppertal 2015 01 20 002Tätäääää! Ein Jubiläum! Zum 50. Mal trafen sich am vergangenen Dienstag Zauberer und Nichtzauberer in der Bandfabrik in Wuppertal Langerfeld. Auch der WDR war mit einem Übertragungswagen da, um live vom Zaubersalon zu berichten.

Begrüßt wurden die rund 80 Gäste jeden Alters, wie sich das für einen so feierlichen Anlass gehört, von Hans Dillenberg, der sich in seine Portier-Uniform geworfen hatte und die Ankommenden erleichterte, indem er ihnen Garderobe und Wertsachen abnahm, natürlich nur, um sie zu Beginn seiner Moderation, auf sehr charmante Art, ihren verblüfften Besitzern zurück zu geben.

ZauberSalon Wuppertal 2015 01 20 017Der erste Zauberer, den Hans an diesem Abend ansagte, war sein Freund Holger Scharnberg, der als „Albert Alberto“ spektakuläre Seilkunststücke zeigte. Der früh verwaiste Italiener, der Akkordeon spielend die Bühne betrat, wirkte ziemlich schrullig und abgewrackt, was durchaus beabsichtigt war.

In einem Kauderwelsch aus sämtlichen europäischen Sprachen, brachte er die Zuschauer zum Lachen und zum Staunen. Seine Seile schlugen dabei die verrücktesten Kapriolen, unmöglich, sie alle hier wiederzugeben, jedoch ein einhändig geschlagener Knoten prägte sich dem Publikum tief ins Gedächtnis ein.

Holger Scharnberg war Regisseur am Wuppertaler Schauspiel, bevor er die Magie für sich entdeckte. Seit geraumer Zeit schon hat er sich ganz und gar auf die Arbeit mit Seilen spezialisiert. Sie erlaubt ihm, sein Publikum mit einem Minimum an Material und Technik zu begeistern. Neben seinem Arbeitsmaterial, das er wie ein Schornsteinfeger um den Leib trug, einer Schere und einem Knallbonbon, benötigte er nur noch das Akkordeon, das am Ende seiner Show in den Händen einer Zuschauerin ein phantastisches Eigenleben entwickelte.

ZauberSalon Wuppertal 2015 01 20 069Der nächste Künstler bildete einen absoluten Kontrapunkt. Harald Landefeld, aus Essen,

führte die Zuschauer auf die dunkle Seite der Magie.

Er brachte einen Herrn in der ersten Reihe dazu, eine brennende Karte zu phantasieren, von der er ein Exemplar, in einer Streichholzschachtel, bei sich trug.

Außerdem zeigte er eine sehr schöne Version einer Bildübereinstimmung, wobei eine Dame aus dem Publikum mit Buntstiften kreativ werden musste.

Schließlich bewies er, dass auch ein Mentalist teuflisch gut mit Karten umgehen kann, indem er von einem mysteriösen einarmigen Falschspieler berichtete.

Mentalmagie ist der Bereich der Zauberkunst, der sich Harald verschrieben hat und in dem er zu einer gewissen Meisterschaft gelangt ist. Bei ihm gibt es nicht dieses Feuerwerk an Effekten, das man bei seinem Vorgänger beobachten konnte, er bereitet die Zuschauer mit spannenden Geschichten auf das vor, was dann in ihren Köpfen zu einem Wunder wird. Die Magie der Worte, das Schaffen von Atmosphäre, das ist seine große Leidenschaft.

Sein Vater, der an diesem Abend 89 Jahre alt geworden ist und zwischen jungem Publikum in der ersten Reihe saß, wird wohl mit Recht stolz auf seinen zaubernden Sohn gewesen sein.

ZauberSalon Wuppertal 2015 01 20 120Ganz anders wiederum der dritte und letzte Zauberer an diesem Abend. Arndt Clever war zum ersten Mal zu Gast in der Bandfabrik und brachte die Jubiläumsgäste noch einmal so richtig zum toben.

Man kann schon ohne Übertreibung sagen, dass er die Zauberei revolutioniert hat, was von Eingeweihten fast schon nicht mehr für möglich gehalten wurde. Denn auch die Zauberer im Bergischen Land, laut Hans-Hermann Wahl, dem stolzen Gründer des Wuppertaler Zaubersalons, eine Hochburg der Magischen Kunst, hatten sich längst damit abgefunden, dass es eigentlich nichts Neues gibt. Sie wurden eines besseren belehrt, denn, so weit ich weiß, ist es noch niemandem zuvor gelungen, Zauberei, Musik und Komik so gekonnt miteinander zu verquicken.

Der junge Entertainer zauberte sich mit seiner „Loopmashine“ ein eigenes A-cappella-Orchester und ließ kleine Lichter in sämtlichen Körperöffnungen verschwinden. Dann mischte er Kartenzauberei mit asiatischer Kampfkunst, indem er sein „Karate-Karte-Raten“ vorführte. Sehr schön war auch der zerrissene und wieder hergestellte Faden, den er zu einem selbst getexteten Lied vortrug. Trotz fortgeschrittener Stunde lies ihn das Publikum nicht ohne Zugabe gehen.

ZauberSalon Wuppertal 2015 01 20 162Am Ende des zauberhaften Abends blickten Organisatoren und Zuschauer erwartungsvoll in die Zukunft, von der sie sich mindestens noch einmal 50 Zaubersalons erhoffen.

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